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Facebook Kettenstatusmeldungen – ein Plädoyer fürs genaue Durchlesen oder

LESEN – DENKEN – LESEN – DENKEN – und dann entscheiden

Gleich vorweg: dass ich mein Blog sehr vernachlässige, liegt natürlich auch an Facebook – und gerade darüber möchte ich heute ein bisschen was bloggen.
Bei einem Rundum-Streifzug durch meine Freunde, habe ich bei einem folgende “Ketten-statusmeldung” entdeckt:
“Eine SCHANDE: in Österreich haben wir Familien und Kinder, die nicht jeden Tag ausreichend zu Essen haben, alte Leute, die schlecht behandelt werden. Patienten, ohne ausreichende Versorgung. Das Bundesheer und die Polizei sind schlecht ausgerüstet, aber wir geben Millionen (!) für andere Länder aus, ohne zuerst dem EIGENEN Volk zu helfen. 99% von Euch haben nicht den Mut, dies zu kopieren und zu posten!”

Beim ersten Lesen, hab ich’s nur überflogen, und mir gedacht: “Ah, wieder eine Kettennachricht, wie es so viele gibt (Kinder, Krebs, Krankheit…)” Aber beim genaueren Lesen, fällt einem eben dann die penetrante Rechtslastigkeit auf, es muss ja einfach. Beim Googlen bin ich auch auf anderen Blogbeiträge gestoßen, die sich mit dieser, bereits seit längerem kursierenden Nachricht auseinandergesetzt haben – ganz zufriedengestellt haben sie mich in ihrer Aussagekraft allerdings nicht.
sehen wir uns also den Inhalt der Nachricht einfach mal genauer an:

  • es gibt Familien und Kinder, die nicht ausreichend zu essen haben
    In der Tat, die gibt es. Wer kennt sie nicht, die Begriffe, mit denen Armut Hand-in-Hand einhergeht: “alleinerziehend, arbeitslos, working-poor” und dass die schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, wissen wir ja auch. Die Politik ist hier massiv gefordert, dem entgegenzuwirken, das beginnt bei der schaffung von leistbaren Kinderbetreuungsplätzen und geht über Wohnförderungenandererseits möchte ich hier schon auch aufgrund persönlicher Erfahrungen anmerken, dass der sozialstaat in Österreich gut funktioniert. Überhaupt ist die Aussage äußerst fragwürdig, solange viele Familien über 1 Handy pro Person und mindestens 2 Autos verfügen, oder?
    Weiterführende Informationen zum Thema Armut gibt es z. B. hier: statistik austria

  • es gibt alte Leute, die schlecht behandelt werden
    Ja, das mag nun schon stimmen. Worauf man sich mit dieser Aussage aber genau bezieht, bleibt im Dunkeln. Das “schlecht behandeln” von alten Menschen kann ja auch innerhalb einer Familie erfolgen, z. B. dadurch, dass man sie einfach alleine lässt und sich nicht mehr um sie kümmert. Was genau mit diesem Satz gemeint ist, lässt sich aber nicht wirklich herausfinden.

  • Patienten, ohne ausreichende Versorgung

  • Aha – Auch hier einfach wieder sehr schwer nachvollziehbar, was genau damit ausgesagt werden soll. Natürlich kann es immer wieder passieren, dass bei der Versorgung von Patienten Fehler gemacht werden, oder im akuten Moment nicht ausreichende Mittel zur Verfügung stehen. Dies hängt aber wohl nicht davon ab, ob man sich in Österreich oder sonstwo befindet. Das österreichische Gesundheitssystem funktioniert und man kann im Notfall wohl auch immer mit bestmöglicher Versorgung rechnen. Dass es bei bestimmten Krankheiten zwangsläufigt zu schlechterer Versorgung kommt (Parkinson, Alzheimer, …) liegt nicht an den Ärzten sondern vielmehr an der mangelnden Forschung.

  • das Bundesheer und die Polizei sind schlecht ausgerüstet

  • Hier bin ich überhaupt unschlüssig. Wofür sind sie schlecht ausgerüstet, bzw. was fehlt den Heer oder der Polizei in Österreich? Autos, Waffen, Ausbildung, Computer, Panzer, Räumlichkeiten….

  • aber wir geben Millionen (!) für andere Länder aus, ohne zuerst dem EIGENEN Volk zu helfen
  • Ja wirklich? Österreich als eines der reichsetn Länder der Welt, wo es der Bevölkerung im Gegensatz zur Behauptung in dieser statusmeldung tatsächlich gut geht (es gibt keine Kriege, wir leben in einer Demokratie, wir werden politisch nicht verfolgt, wir stehen wirtschaftlich gut da, einzig an der Bildung hapert es) soll also in fremden Ländern nicht helfen, wenn Not am Mann ist? Wir sollen unser Geld für uns in unserem Land behalten und anderen nicht helfen? Und was ist mit den Asylsuchenden, die aus ihren Ländern geflohen sind? Man überlege sich einmal ganz bewusst, bei sich selbst, was wohl für uns selber nötig wäre, dass wir es auf uns nehmen würden, Österreich zu verlassen und in ein Land, wo weder die sprache, noch die Kultur kennen, auszuwandern? Und wenn wir dann dort ankommen, schlägt uns nichts als Hass, Neid und Misstrauen entgegen?

  • 99% von Euch haben nicht den Mut, dies zu kopieren und zu posten!

  • Ja, das beruhigt mich. Aber auch unter euren Facebook-Freunden ist sicher der ein oder andere “Mutige” dabei, der liest, nicht denkt, kopiert und postet!

    (Übrigens gibt es dieselbe statusmeldung auch mit “Deutschland” statt “Österreich”)

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